Autograph der Kantate „Die Fischerin“ von Engelbert Humperdinck gefunden

D-Bhm, RH 0268, Engelbert Humperdinck - Die Fischerin (Titelblatt)

Ansprechpartner: Gottfried Heinz-Kronberger (RISM Deutschland):

Im Bestand der Bibliothek der Universität der Künste in Berlin wurde ein Autograph von Engelbert Humperdinck (1854-1921) entdeckt. Es handelt sich um die bisher nur in Bruchstücken bekannte Dramatische Kantate für drei Solostimmen und Orchester „Die Fischerin“ nach einem Text von Johann Wolfgang von Goethe.

Das bislang als anonymes Werk eingeordnete Autograph, konnte bei der Katalogisierung durch RISM als eine von Humperdinck verfasste und komplett vorliegende Partitur identifiziert werden.

Der vor allem durch seine Märchenopern „Hänsel und Gretel“ und „Königskinder“ bekannte Humperdinck komponierte diese Kantate im Jahr 1880. Die vorliegende Reinschrift fertigte er im Zeitraum vom 14.12.1880 bis 1.1.1881 an, um diese Partitur dann für den Meyerbeer-Preis einzureichen. Seine Bewerbung war erfolgreich, sodass er zu Studienaufenthalten u. a. in mehrere italienische Städte sowie nach Paris reisen konnte. Es ist anzunehmen, dass der Komponist auf dem Titelblatt nicht namentlich erwähnt wurde, weil es sich um ein Wettbewerbsstück handelte. Im Werkverzeichnis von Hans-Josef Irmen finden sich zahlreiche Hinweise auf Briefe des Komponisten aus Xanten, wo die Kantate entstand.

Das Autograph ist 33 x 25,8 cm groß (Höhe x Breite). Es umfasst insgesamt 68 Seiten, wovon die ersten 66 beschrieben sind.

Der Titel lautet:

Die Fischerin. | Dramatische Cantate | für Soli und Orchester. | Personen: | Martin, ein junger Fischer. Tenor | Lisa, seine Braut. Mezzo-Sopran | Susanne, die Schenkin. Hoher Sopran.

Die nun aufgefundene vollständige Fassung der Kantate erlaubt einmal mehr, das Schaffen Humperdincks zu analysieren und auch die Vertonung eines weiteren Goetheschen Werkes kennenzulernen. Erstaunlich ist dabei, dass der in „Der Fischerin“ enthaltene Prolog, der als „Erlkönig“ exzerpiert berühmt wurde, von Humperdinck in der Vertonung keine Verwendung fand.

Das Katalogisat kann mit seinen Incipits im RISM-OPAC unter der ID 1001053670 eingesehen werden.

 

 

 

Kategorie: Wiederentdeckt



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