500 Jahre "Liber selectarum cantionum"

In der Reihe der Sammeldrucke des 16. Jahrhunderts (Serie B/I) finden wir bei RISM insgesamt sechs Einträge für das Jahr 1520. Vier davon sind Motetten-Sammlungen, außerdem ist je eine Sammlung von Frottolen und Chansons nachgewiesen. Über zwanzig Exemplare sind von der Sammlung Liber selectarum cantionum erhalten.

Torge Schiefelbein verglich 2016 in seiner Dissertation "Same same but different - die erhaltenen Exemplare des ‘Liber selectarum cantionum’ (Augsburg 1520)" 19 der nachgewiesenen Exemplare und weist nach, dass jedes davon einzigartig ist.

Unklar ist der Anlass für die Entstehung des Druckes; möglicherweise ist der Widmungsträger Matthäus, Erzbischof von Salzburg (1468-1540) zugleich auch der Auftraggeber des bei den Augsburger Druckern Sigismund Grimm und Marcus Wyrsung verlegten Bandes. Als Herausgeber fungierte Ludwig Senfl (nach 1489- ca. 1543), der auch selbst sieben Motetten beisteuerte. Die anderen vier-, fünf oder sechsstimmigen Motetten stammen aus der Feder von Heinrich Isaac, Josquin des Prez, Pierre de La Rue, Jacob Obrecht, Jean Mouton und Heinrich Isaac.


Abbildung: Titelseite des Liber selectarum cantionum aus dem Exemplar der Württembergische Landesbibliothek (D-Sl Ra16Lib1).

 

Kategorie: Pressespiegel



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