Kongresstagebuch zu IAML Krakau 2019

RISM nahm an dem jährlichen Kongress der International Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centres in Krakau (Polen) teil. Im traditionellen Stil des Kongresstagebuchs bieten wir Ihnen einige Eindrücke aus Krakau, wobei jeder Teilnehmer in seiner Muttersprache schreibt.

Klaus Keil:
Dass der IAML Kongress diesmal in Krakov statt fand, war für mich eine besondere Freude. Vor mehr als 40 Jahren war ich schon einmal hier, erinnerte mich aber nur noch an das historisches Stadtzentrum, das damals noch weit von einem Touristenmagnet entfernt war.
Das Auditorium Maximum erwies sich als geeigneter Ort für einen Kongress und nicht zuletzt die engagierte Hilfe der KollegInnen vor Ort machten es den Vortragenden leicht. Die RISM Sitzungen waren so erfolgreich. In vielen anderen Sitzungen waren Quellen und deren Erschließung ein Thema, was sehr lehrreich war.
Schade nur, dass einige russische Kolleginnen vorgeblich weil sie kein Visum bekommen hatten, Ihre Präsentationen nicht vortragen konnten.
Es war dies mein vorletzter IAML Kongress in der Position als Leiter der RISM Zentralredaktion. Es ist schön zu sehen, wie IAML sich anpasst, getragen von vielen jungen, engagierten Leuten in den vielen Bereichen, die in Musikbibliotheken ausgefüllt werden. Darunter wird auch in Zukunft die Musikdokumentation von historischen Quellen ihre Rolle spielen.


Guido Kraus:
Es war ein sehr inspirierender Kongress in einer der schönsten polnischen Städte. Ich habe es genossen, so viele Kolleginnen und Kollegen zu treffen, nicht nur aus Polen, sondern auch aus vielen anderen Ländern. Der Kongress war eine gute Gelegenheit, vor Ort dienstliche Absprachen zu treffen und die Kolleginnen und Kollegen bei ihrer Arbeit in Muscat unterstützen zu können.
Neben den auf das RISM bezogenen Veranstaltungen hatte ich Gelegenheit, auch andere Vorträge zu hören, wie z. B. den des britischen Kollegen Brian Inglis über den Briefverkehr zwischen Kaikhosru Sorabji und Philip Heseltine. Für mich war es eine Freude, wieder etwas über Sorabji zu erfahren.
Ebenso historisch interessant war der Vortrag des südafrikanischen Kollegen Wilhelm Delport über die Nachlässe südafrikanischer Komponistinnen in der Universitätsbibliothek von Kapstadt. Er berichtete über einzelne Schicksale der Frauen, wie sie in ihrer Entwicklung Diskriminierung und Förderung gleichermaßen erfuhren. Ihre Werke kamen dabei aber nicht zu kurz.
Sehr inspirierend fand ich den Doppelvortrag von Zuzana Petrášková und Hana Borková über ihre Arbeit am Schallarchiv der tschechischen Nationalbibliothek. Als Beispiel stellten sie die Sammlung von Emanuel Uggè (1900-1970) aus Prag vor. Er liebte und förderte die Jazzmusik in seinem Land in Funk und Fernsehen. Er publizierte zahlreiche Artikel und Schriften weltweit und produzierte Schallplatten bei den in Prag aktiven Plattenfirmen wie Imperial, Polydor, His Master´s Voice und Ultraphon. Ich würde gerne mehr über Uggè und seine Liebe zum Jazz erfahren.
Zum Glück treffen wir uns im nächsten Jahr in Prag beim nächsten IAML-Kongress, worauf ich mich sehr freue.

Jennifer Ward:
I have to admit that one of my favorite parts of the IAML congress in Kraków was the food. Coffee breaks are always a welcome opportunity to recaffinate after productive meetings or informative sessions, but it's also a good chance to catch up with colleagues face-to-face and participate in those quick, but valuable, exchanges that would normally take weeks (or longer) to hash out over email. Though this year's IAML coffee breaks certainly stand out in part because of the seemingly endless array of Polish cakes (and the cappuccino machine), it is the lunches that I found to be just as important as the sessions and meetings. It gave me the opportunity to have productive meetings with my colleagues who I see only rarely, once a year, if that. We didn't have to leave the congress venue at all and no time was lost looking for a restaurant or anything like that. It was a very efficient and delicious way to spend the lunch break. Even if I didn't have a lunch meeting planned, it was always easy to strike up a conversation with whoever was standing around.


Fotos:

Blick auf das Wawel-Schloss
Autographe Handschrift des Graduale ad Festum Nativitati BMV Felix es terra op. 57 von Józef Elsner (1769-1854)
Biblioteka Jagiellońska
Alstadt von Krakau
Darbietung beim Farewell Dinner
Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von Jennifer Ward.

Kategorie: Veranstaltungen



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