Die Musikerfamilie Spitzeder

Sucht man im Internet nach „Spitzeder“ findet man zunächst ausschließlich Ergebnisse zur Schauspielerin Adele Spitzeder (1832-1895). Diese hat zwar auch einen musikalischen Bezug (in ihrem späteren Leben ist sie als Volkssängerin Adele Vio aufgetreten), ist aber heute vor allem als Gründerin der Spitzederschen Privatbank eher berüchtigt denn berühmt. Als Geldverleiherin prellte sie mit einem Schneeballsystem 31.000 Bürger um 8 Millionen Gulden und wurde daraufhin zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt.

Von ihren Vorfahren sind sechs Familienmitglieder im RISM-Online-Katalog vertreten:

Der Tenor Franz Anton Spitzeder (1735-1796) war auch als Klavier- und Gesangslehrer in Salzburg aktiv. Er ist unter anderem als Interpret in einem Libretto von Mozarts Die Schuldigkeit des Ersten Gebots nachgewiesen (RISM ID no. 653005629).

Sein Bruder Oswald Spitzeder (1738-1783) ist bei RISM bislang nur als Vorbesitzer einer Quelle zu einer Lauretanischen Litanei Anton Cajetan Adlgassers vertreten (RISM ID no. 659000020).

Franz Antons Sohn Johann Baptist Spitzeder (1764-1842) ist bei RISM bislang nur in vier Quellen aus Weimar zu finden, unter anderem als Interpret in Carl Friedrich Zelters Vertonung von Friedrich Schillers Dithyrambe (RISM ID no. 250002099). Der viel gereiste Sänger (Bass) und Schauspieler war aber an zahlreichen Opernhäusern aktiv, unter anderem in Bonn, Wien und München.

 

Ein anderer Sohn Franz Antons ist Joseph Spitzeder (1767-1842), der in Nürnberg und Wien wirkte und nicht mit seinem Neffen Josef Spitzeder (1796-1832; Adeles Vater) verwechselt werden sollte. Für Joseph schrieb Adalbert Gyrowetz eine Arie zur Oper Der lustige Schuster (RISM ID no. 464111140).

Adelheid Fries (1793-1873), geborene Spitzeder, war eine Tochter von Johann Baptist Spitzeder und wirkte 1824 an einer Aufführung der Oper Garibaldi der Agilofinger mit (RISM ID no. 455020427).

Henriette Spitzeder-Schüler (1800-1828) ist die Tochter des Sängers Carl Schüler (1775-1809) und heiratete 1816 Josef Spitzeder. In ihrem kurzen Leben war sie in zahlreichen Opernhäusern, unter anderem in Karlsruhe, Nürnberg und Wien, zu hören. Ein Gastspiel führte sie 1826 nach Hamburg, wo sie in Etienne-Nicolas Mehuls La Journée aux Aventures (RISM ID no. 452502383) sang. Sie starb 1828 bei der Geburt ihres zehnten Kindes.

 



Abbildung: Adele Spitzeder, aus dem Wochenmagazin Die Gartenlaube 15 (1873), S. 251. Via Wikimedia Commons.

 

Kategorie: Eigendarstellung



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