Zum 200. Geburtstag von Stanisław Moniuszko (1819-1872)

Am 5. Mai 2019 jährt sich der Geburtstag Stanisław Moniuszkos zum 200. Mal. Als Komponist gilt er als ein Begründer der polnischen Musik in einer Zeit, als der polnische Staat schon lange nicht mehr existierte. Geboren wurde er in Ubiel in der Nähe von Minsk als Angehöriger des polnischen Kleinadels. Bereits als Kind erhielt Moniuszko privaten Musikunterricht in Warschau bei Karl August Freyer. Er studierte von 1837-1839 in Berlin an der Akademie der Künste Komposition bei Carl Friedrich Rungenhagen, wurde im Dirigieren unterwiesen und hatte erste Erfolge als Liederkomponist. 1839 ging er nach Vilnius, heiratete dort und erhielt eine Stelle als Organist. Darüber hinaus organisierte Moniuszko dort eine Reihe von Konzerten, in denen er als Dirigent und Instrumentalist mitwirkte.

Ab 1840 intensivierte sich Moniuszkos kompositorische Tätigkeit. Er schuf eine Vielzahl polnischer Lieder und eine Reihe von Kantaten. Als „Vater der polnischen Nationaloper“ komponierte er kontinuierlich Werke für die Bühne. Seine erste große Oper war Halka. Die erste Version in zwei Akten hatte ihre konzertante Uraufführung in Vilnius am 1. Januar 1848 durch den Komponisten. Die zweite Version in vier Akten exakt zehn Jahre später in Warschau.

Im selben Jahr noch (1858) übersiedelte Stanisław Moniuszko mit seiner Familie nach Warschau, nachdem er zum Chefdirigenten an der Opera Narodowa ernannt worden war. In den fünfzehn Jahren seiner Tätigkeit als Chefdirigent brachte er vor allem eigene Werke auf die Bühne.

Im Jahre 1864 begann seine Lehrtätigkeit am Warschauer Konservatorium in den Fächern Harmonik, Kontrapunkt und Komposition. Dort wurde er schließlich zum Professor für Komposition und Musiktheorie berufen.

Er verstarb plötzlich am 4. Juni 1872 an einem Herzinfarkt. Der Trauerzug durch Warschau geriet zu einer patriotischen Massendemonstration (siehe Abbildung).

In Polen kennt jeder seinen Namen. Im ganzen Land wird an ihn erinnert, an den Namensgeber von Parks, Institutionen, Musikgruppen, und -wettbewerben. Man findet sein Porträt auf Briefmarken und Banknoten, seine Statuen überall. Seine Werke gehören zum Musikkanon nicht nur des polnischen Musiklebens. Auch in Weißrussland wird seit der Unabhängigkeit im Jahre 1990 Moniuszkos Werk intensiv gepflegt.

Die Warschauer Musikgesellschaft 1871 gegründet wurde ebenfalls nach Moniuszko benannt. In ihrem Archiv befinden sich eine Reihe von Autographen Moniuszkos und weitere Musikquellen seiner Werke sowie zahlreiche Briefe des Komponisten. Die Katalogisierung dieses insgesamt sehr bedeutenden Bestandes (RISM-Bibliothekssigel: PL-Wtm) wurde gerade begonnen. Sie ist Teilprojekt unserer Kooperation mit dem Chopin-Institut in Warschau . Freuen Sie sich auf die Dokumentation der zahlreichen Moniuszko-Quellen in RISM. In regelmäßigen Abständen werden wir vom Stand der Arbeiten berichten


Abbildung mit freundlicher Genehmigung von Marcin Konik (RISM Polen).

Kategorie: Veranstaltungen



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