Margarethe Susanna Kayser: "die Kayserin"

Um eins gleich vorweg zu nehmen: Nein sie war es nicht – die Frau des Komponisten Reinhard Keiser. Auch wenn die damals üblichen verschiedenen Schreibvarianten Keiser, Keyser, Kaiser und Kayser diese Vermutung nahe legen.

1690 als Tochter des Hamburger Sängers Johann Heinrich Vogel geboren, wurde sie während Johann Sigismund Kussers Wirken an der Hamburger Oper zur Sängerin ausgebildet. Margaretha Susanna Vogel heiratete 1706 den Musiker Johann Kayser. 1709 geht das Ehepaar an den Darmstädter Hof des Landgrafen Ernst Ludwig – zeitlich mit dem Vizekapellmeister Christoph Graupner. Zurück in Hamburg tritt sie im September 1716 als erste Frau bei einer Kirchenmusik im Dom auf. Gemeinsam standen die Sopranistin und ihr Mann auf vielen Bühnen Deutschlands und in Kopenhagen. Sie wirkte in Opern von Keiser, Georg Philipp Telemann und Georg Friedrich Händel mit, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Hamburg auf dem Spielplan standen. Von 1729-1737 fungierte sie sogar als Direktorin des Theaters am Hamburger Gänsemarkt. Noch 17456 schließt sie sich der reisenden Operntruppe des Impresario Pietro Mingotti an und trat wohl im August 1749 in Telemanns Kapitänsmusik auf. Danach zog sie sich aus dem Musikleben zurück. 1774 stirbt sie in Stockholm.

Die im 18. Jahrhundert übliche Bezeichnung „Madame Kayserin“ findet sich auf vielen Quellen. Der RISM Online-Katalog verzeichnet 15 Musikquellen zu der damals besten Opernsängerin Deutschlands.

Abbildung: Oper am Gänsemarkt in Hamburg. Zeichnung von Peter Heineken, 1726. Staatsarchiv Hamburg.

 

Kategorie: RISM A-Z



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