Friedrich Nicolas Manskopf und sein Museum

Anlässlich des 150. Geburtstag von Friedrich Nicolas Manskopf veröffentlichen wir diesen Beitrag von Ann Kersting-Meuleman (Universitätsbibliothek Frankfurt am Main):

Jakob Friedrich Nicolas Manskopf (25. April 1869–2. Juli 1928) war von Beruf Weinhändler in Frankfurt, wurde aber besonders durch das von ihm gegründete und betriebene Musik- und theaterhistorische Museum bekannt.

Während seiner Schulzeit erhielt er Violinunterricht bei Robert Pfitzner, dem Vater von Hans Pfitzner. Von Jugend an sammelte er begeistert Erinnerungsstücke zur Musik und zum Theater. Diese Sammeltätigkeit konnte er während seiner Ausbildung bei Weinhandlungen in Lyon (ab 1888), London (ab 1889) und Paris (1891-1893) fortsetzen und den Fokus über Deutschland hinaus auf das europäische Ausland ausweiten.

Als er 1893 nach Frankfurt zurückkehrte, umfasste seine Sammlung bereits über 15.000 Stücke, darunter eine Locke Beethovens, Liszts Regenschirm und zahlreiche Briefautographen renommierter Musiker und Schauspieler. Zunächst kehrte er in sein Elternhaus am Untermainkai 54 zurück, wegen des starken Anwachsens seiner Sammlung mietete er Mitte der 1890-er Jahre neue Räumlichkeiten an, wo er ein privates Museum eröffnete. Den Weinhandel führte er zunächst im Familienunternehmen, nach Differenzen mit neuen Teilhabern ab 1902 mit einer eigenen Weinhandlung weiter.

Um 1920 umfasste die Sammlung rund 30.000 Bildnisse von Musikern und Theaterschaffenden, rund 12.000 Musik- und Briefautographen, rund 2.500 Libretti, rund 1.400 Plakate, dazu Gemälde, Musikinstrumente, Memorabilien, Programmhefte, Theaterzettel sowie Zeitungsausschnitte.

Von 1901 bis 1928 kuratierte er in Frankfurt 23 Ausstellungen und gab regelmäßig Exponate in fremde Ausstellungen. Von 1924 an konnte er das komplette Elternhaus zu Museumszwecken nutzen.

Nach seinem Tod übergaben die Erben das Museum der Stadt Frankfurt, die es bis Anfang der 1940-er Jahre weiter in den ursprünglichen Räumlichkeiten betrieb. 1946 wurde die Sammlung der Stadt- und Universitätsbibliothek übergeben, die sie seitdem als Archiv weiter betreut. 1978 fand eine Ausstellung anlässlich des 50. Todestages von Friedrich Nicolas Manskopf statt. In den letzten 15 Jahren wurden Teile seiner Sammlung digitalisiert und stehen nun unentgeltlich im Internet zur Verfügung.


Weiterführende Literatur:
Wikipedia: Friedrich Nicolas Manskopf, Sammlung Manskopf

Jakob Friedrich Nicolas Manskopf, Das musikhistorische Museum von Nicolas Manskopf, Frankfurt am Main, ca. 1903

Georg Otto Kahse: Das musikhistorische Museum von Nicolas Manskopf zu Frankfurt am Main, in: Musikalische Rundschau (Düsseldorf) 1 (1913), H. 4, S. [23]-29

Ausstellungsbeiheft von 1978


Abbildungen:

Porträt Friedrich Nicolas Manskopf

Innenansicht des Manskopfschen Musikhistorischen Museums um 1925 (Universitätsbibliothek Frankfurt a. M./ Mus S 6)



Alle Abbildungen mit freundlicher Genehmigung von Ann Kersting-Meuleman.

Kategorie: Bibliotheksbestände



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