Eine königliche Bibliothek: Die Musiksammlung von König Ludwig II.

Einer der Menschen mit einem großen Geburtstag in diesem Jahr ist König Ludwig II. von Bayern, der vor 175 Jahren - am 25. August 1845 - geboren wurde. (Hier ist ein Lied, um ihn zu feiern.) König Ludwig ist eine Figur, die wahrscheinlich keiner Vorstellung bedarf: Seine Märchenschlösser gehören zu den Reiserouten vieler Besucher Bayerns, und seine Bewunderung für die Musik Richard Wagners machte ihn zu einem wichtigen Förderer des Komponisten.

Wie bei einem Herrscher nicht anders zu erwarten, findet man bei RISM Musik, die dem König gewidmet ist. Tatsächlich befindet sich ein Teil der Musik, die Wagner Ludwig II. gewidmet hat, in der RISM-Datenbank, darunter Schott-Ausgaben des Ring des Nibelungen und einige wenige autographe Seiten aus der Götterdämmerung, die möglicherweise König Ludwig gehört haben.

Ein auffälliger Aspekt bei der Suche nach König Ludwig in RISM ist (wählen Sie in der Erweiterten Suche Weitere Namen und geben Sie Ludwig II., König von Bayern ein), dass Ludwig II. auch ein Musiksammler war. Er erscheint als Vorbesitzer auf etwa 40 Musikhandschriften in RISM, von denen viele den königlichen Stempel "BIBLIOTHECA REGIA MONACENSIS" tragen. Die RISM-Einträge sagen uns zwar nicht, ob König Ludwig jedes der Manuskripte selbst ausgewählt hat (oder ob er Teile der Sammlung geerbt hat), aber es ist bemerkenswert, dass es sich bei einer großen Zahl um Opern und andere Arten von Bühnenmusik handelt, was dem Geschmack des Königs für das Dramatische entspricht. Ein Großteil seiner Musikbibliothek ist heute in der Bayerischen Staatsbibliothek (D-Mbs) erhalten.

Ein Dutzend Manuskripte des Königs wurden digitalisiert und können online eingesehen werden. Einige der Bindungen, wie zum Beispiel für Johann Simon Mayrs La Lodoiska, sind recht bescheiden: einfache Pappkartons, nicht die aufwändigen Bindungen, die man mit Königen assoziieren könnte. König Ludwigs Opernsammlung ist reich an italienischer Oper, darunter zwei Auszüge aus Rossini-Opern (La gazza ladra und La pietra del paragone), eine Partitur von Vincenzo Federicis Castore e Polluce und Giovanni Paisiellos Oper I pittagorici in einem Akt.

Ein weiteres interessantes Paisiello-Objekt in der Sammlung des Königs betrifft Teile der OperIl re Teodoro in Venezia. Das Titelblatt (siehe Abbildung) ist ein graviertes Passepartout-Bild, in das der Name der Oper einfach von Hand eingetragen wird. Der Aufdruck weist darauf hin, dass das Manuskript von der Firma Giovanni Ricordi in Mailand fertiggestellt wurde; das Kopieren von Musikmanuskripten ist schließlich der Beginn von Ricordi. Die Datierung des Manuskripts auf 1808-1812 stellt dieses Dokument an den Anfang der Firmengeschichte.


Abbildung: Titelseite von Giovanni Paisiellos Il re Teodoro in Venezia, Bayerische Staatsbibliothek (D-Mbs) Mus.ms. 3057 (RISM ID no. 1001013773). Online zugänglich (CC BY-NC-SA 4.0).

 

 

Kategorie: Bibliotheksbestände



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