Valletta, Malta: Europäische Kulturhauptstadt 2018

Neben der niederländischen Stadt Leeuwarden ist Maltas Hauptstadt Valletta Kulturhauptstadt 2018. Valletta ist die kleinste Hauptstadt der Europäischen Union und in ihrer Gesamtheit UNESCO-Weltkulturerbe.

In der ab 1566 von Malteserrittern erbauten Stadt sind alle Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß zu erreichen. Doch „diese Kulturhauptstadt ist anders als andere Kulturhauptstädte. Es geht nicht nur um Valletta, sondern um ganz Malta und auch um Gozo.“ (Alexiej Dingli, Bürgermeister von Valletta). Kulturfans erwartet das ganze Jahr über ein prall gefüllter Kulturkalender.


In RISM sind 12 Musikarchive und Bibliotheken aus Malta bekannt. Drei davon befinden sich in der Hauptstadt Valletta, die übrigen in anderen Orten der Insel. Es handelt sich um folgende Institutionen:

St. Augustin Convent, Valletta (M-Vsa)
Carmelite Priory, Valletta (M-Vcp)
Commissariat of the Holy Land, Archives, Valletta (M-Vchl)
St. Helene Collegiate Church, Birkirkara (M-B)
Parish Church, Cospicua (M-C)
Parish Church, Lija (M-Lpc)
Parish Church, Mellieha (M-MEpc)
Carmelite Priory, Mdina (M-MDcp)
Archconfraternity of the Blessed Sacrament, Rabat (M-Ra)
St. Dominic Convent, Rabat (M-Rsd)
Wignacourt Collegiate Museum, Rabat (M-Rwm)
San Filippo, Senglea (M-S)

Quellennachweise aus Malta gibt es noch nicht in der RISM-Datenbank, aber das kann ja noch kommen … Dafür sind einige maltesische Komponisten verzeichnet, deren Werke heute auf der ganzen Welt überliefert sind und die wir hier gerne vorstellen.


Nicolas Isouard oder auch Nicolò de Malte (1775, Mosta – 1818, Paris) war ein maltesischer Komponist französischer Herkunft. Er komponierte über 40 Opern, die sich nicht nur in Paris großer Beliebtheit erfreuten. Dies belegen auch die über 200 Nachweise im RISM Online-Katalog.


Fast gleich viele Einträge finden sich zu Girolamo Abos (1715, Valletta – 1760, Naples). Er verließ Malta bereits im Alter von zehn Jahren, um eine musikalische Ausbildung in Neapel zu absolvieren. Abos war dort zeitlebens als Musiklehrer an verschiedenen Konservatorien tätig und wirkte auch als Kapellmeister an mehreren Kirchen. Seine geistlichen und weltlichen Werke wurden mit unterschiedlichem Erfolg in ganz Europa aufgeführt.


Francesco Azopardi (1748, Mdina – 1809, Rabat) komponierte ca. 250 vorwiegend geistliche Werke. Nach seinem Neapelaufenthalt von 1763-1774 kehrte er nach Malta zurück und wurde zunächst als Organist später auch als Kapellmeister an der Kathedrale von Mdina angestellt. Bekannt wurde Azopardi vor allem durch ein theoretisches Werk. Seine Kontrapunkt- und Kompositionslehre „Il Musico Prattico“ wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Eine der zahlreichen Ausgaben findet sich im RISM Online-Katalog.


Francesco Vincenzo Schira wurde 1809 auf Malta geboren, verbrachte aber die meiste Zeit seines Lebens in London, wo er 1883 starb. Von den vielen Opern, Arien und Romanzen sind heute nur noch wenige Werke bekannt.


Michelangelo Vella (1710, Senglea – 1792, Cospicua) erhielt seine musikalische Ausbildung ebenfalls in Neapel und kehrte 1738 nach Malta zurück, um als Musiklehrer, Organist und Kapellmeister zu wirken. Die sechs Sonaten für drei Violinen und Bass zählen zu seinen beliebstesten Werken und erschienen zu Lebzeiten in Paris im Druck (RISM A/I: V 1107, VV 1107, VV 1107a).

 


Abbildung: Blick auf Valletta, Foto von Joergsam, via Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0).

Kategorie: Veranstaltungen



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