Zum 350. Geburtstag von Giovanni (Battista) Bononcini

 

Giovanni Bononcini (18.07.1670, Modena - 09.07.1744, Wien) entstammt einer Musikerfamilie und erhielt wohl den ersten Unterricht von seinem früh verstorbenen Vater. Ab 1678 erhielt er dann von Giovanni Paolo Colonna Cellounterricht. Nach verschiedenen Stationen in Italien wurde 1697 Wien zu seiner Heimat, wo Bononcini als Mitglied der Hofkapelle unter Kaiser Leopolds I. auch als Komponist Erfolge feierte. Auf seinen Wien Aufenthalt folgten längere Studienreisen nach Venedig, Rom und vor allem London. Mit Georg Friedrich Händel komponiert er zeitweise im Wettkampf und die Familie Marlborough beschäftigte ihn einige Zeit als Hausmusiker. Nach einer Plagiatsaffäre ging Bononcini 1733 nach Paris, 1735 weilte er für ein Jahr in Lissabon. 1737 wandte er sich wieder an den Hof in Wien, komponierte für Kaiserin Maria Theresia ein Te Deum, das 1741 datiert ist und erhielt daraufhin eine lebenslange Pension.     

Das Œuvre Bononcinis erstreckt sich auf alle musikalischen Gattungen. Zu Beginn seiner musikalischen Laufbahn in Bologna veröffentlichte er Sammlungen mit Triosonaten und komponierte Oratorien, die in Modena aufgeführt wurden. 1691 widmete er Leopold I. seine Duetti da camera op. 8 (RISM ID no. 990006327).

Die etwa 320 Kantaten stellen den in sich schlüssigsten und in vielerlei Hinsicht interessantesten Teil im Œuvre Bononcinis dar. Die weite Streuung der Quellen sowie die teilweise widersprüchlichen Zuschreibungen an seinen Bruder Antonio und an andere zeitgenössische Komponisten verkomplizieren die Forschungslage.

Bononcinis Zusammenarbeit mit dem Librettisten Silvio Stampiglia war nicht nur für die Wiener Oper des frühen 18. Jahrhundert äußerst gewinnbringend. Bononcinis Opernproduktion umfasst knapp 30 Werke, von denen etwa 10 auf einer Zusammenarbeit mit Stampiglia basieren. Zu den bekanntesten Opern zählt Il trionfo di Camilla, regina de' Volsci, die am 27. Dezember 1696 mit der berühmten Vittoria Tarquini in der Titelrolle und dem berühmten Kastraten Domenico Cecchi „il Cortona“ am Teatro San Bartolomeo in Neapel uraufgeführt wurde. Der RISM-Katalog listet alleine für diese Oper von Bononcini über 280 Quellen-Nachweise auf.

Insgesamt bietet der RISM-Katalog 2.400 Einträge zu Giovanni Bononcini, davon ist er in ca. 1.900 Einträgen als Komponist genannt.

 

Abbildung: Kantate Io son lungi alla mia vita, I-Nc Canate 69@21; RISM ID no. 850021395

 

Kategorie: Pressespiegel



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