Unbekanntes Werk von Johann Christoph Friedrich Bach entdeckt

Handschrift HA IV 29 (Ausschnitt)

Bei den Katalogisierungsarbeiten der Handschriftengruppe IV im Hessischen Musikarchiv, Marburg, (D-MGmi) trat eine bislang völlig unbekannte Gelegenheitskomposition von Johann Christoph Friedrich Bach zutage. Der in Bückeburg als Hofkapellmeister tätige zweitjüngste Sohn Johann Sebastian Bachs hat seiner künftigen Landesherrin und späteren Clavierschülerin Juliane von Hessen-Philippsthal (1761–1799) anlässlich ihrer Hochzeit mit Graf Philipp II. von Schaumburg-Lippe (1780) einen siebenstrophigen „Rundgesang“ für Sopranstimme und Cembalo gewidmet, in dem sie bei ihrer Ankunft auf der Hagenburg (Strophe 6), der gräflichen Sommerresidenz, als „holde Landesmutter“ begrüßt und beglückwünscht wird. In Strophe 4 heißt es „Was Kinder Müttern, sind wir ihr, / Die wir uns ihr ergeben.“ und tatsächlich ist Juliane wegen ihres Engagements eine beliebte und erfolgreiche Herrscherin geworden. Bereits nach sieben Jahren Ehe hat sie, Witwe geworden, die Regentschaft für ihren Sohn übernommen und bis zu ihrem Tod geführt. Die hübsche Komposition mit einem Vorspiel sowie refrainartigen Zwischenspielen könnte als kalligraphische Abschrift zu Dokumentationszwecken in Julianes Elternhaus gelangt sein. Die Möglichkeit, dass es sich um ein Autograph handeln könnte, ist nach Schriftvergleichen durch das Bacharchiv Leipzig (Dr. Christine Blanken) unwahrscheinlich.

Kategorie: Wiederentdeckt



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Kommentare

Jörg Hambuch, 27-03-12 11:29:
The link posted by Klaus Keil does not work anymore. You can find the video here: http://www.hr-online.de/website/archiv/hessenschau/hessenschau.jsp?t=20120314 (about Bach's work from minute 00:20:20 on).
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