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RÉPERTOIRE INTERNATIONAL DES SOURCES MUSICALES (RISM)

Zentralredaktion Frankfurt

Jahresbericht 2018

Träger: Internationales Quellenlexikon der Musik e.V., Frankfurt am Main. Ehrenpräsidenten: Dr. Harald Heckmann, Ruppertshain, Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Wolff, Cambridge/Freiburg; Kommissarische Projektleitung: Prof. Dr. Klaus Pietschmann, Mainz; Vizepräsidentin: Prof. Dr. Andrea Lindmayr-Brandl, Salzburg; Sekretär: Dr. Laurent Pugin, Bern; Schatzmeister: Prof. Dr. Klaus Pietschmann, Mainz; kooptierte Vorstandsmitglieder: Prof. Dr. Ulrich Konrad, Würzburg; Dr. Balázs Mikusi, Budapest; Prof. Dr. John H. Roberts, Berkeley. Commission Mixte (Delegierte von IAML und IMS): Mathias Auclair, (IAML); Prof. Dr. Egberto Bermudez Cujar (IMS); Richard Chesser (IAML); Prof. Dr. Dinko Fabris (IMS); Massimo Gentili-Tedeschi (IAML); Jane Gottlieb (IAML); Prof. Dr. Markus Grassl (IMS); Prof. Dr. Beatriz Magalhães Castro (IAML); Prof. Dr. Thomas Schmidt (IMS); Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (IMS). Leiter der Zentralredaktion: Klaus Keil, Frankfurt.

Anschrift: Internationales Quellenlexikon der Musik, Zentralredaktion, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Campus Bockenheim, Senckenberganlage 31-33, 60325 Frankfurt am Main, Tel.: 069/706231, Fax: 069/706026, E-Mail: contact@rism.info, Internet: www.rism.info.

Verlage: für Serie A/I, für die Bände VIII,1 und 2 der Serie B sowie für Serie C: Bären­reiter-Verlag, Kassel; für Serie A/II, Internetdatenbank: EBSCO Publishing, Inc., Bir­mingham, USA; für Serie B (ohne Bände VIII,1 und 2): G. Henle Verlag, München.

Hosting: Bayerische Staatsbibliothek, München; Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz (Datenbanken); Digitale Akademie der Mainzer Akademie der Wissen­schaften und der Literatur (Website).

Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Dr. Martina Falletta, Stephan Hirsch, Klaus Keil, Björn Kessler, Guido Kraus, Alexander Marxen, Jennifer Ward, Isabella Wiedemer-Höll. Die Arbeit wurde unterstützt durch Praktikanten und Martin Bierwisch als studentischem Mitarbeiter.

Das Internationale Quellenlexikon der Musik (Répertoire International des Sources Musicales – RISM) mit der Zentralredaktion in Frankfurt steht unter dem Patronat der „Association Internationale des Bibliothèques, Archives et Centres de Documentation Musicaux“ (IAML) und der „Société Internationale de Musicologie“ (IMS) und hat die Aufgabe, weltweit die gedruckte und handschriftliche Überlieferung der Musik zu doku­mentieren. In einer Serie A/I werden zwischen 1600 und 1800 erschienene Einzeldrucke, in einer Serie A/II die Musikhandschriften nach 1600 mit einer ausführlichen Beschrei­bung inklusive der Fundorte nachgewiesen. Beide Serien sollten ursprünglich wie in den Bänden der Serie A/I alphabetisch nach Komponistennamen angeordnet sein. Da inzwi­schen beide Serien in einer Datenbank veröffentlicht werden, können weitaus mehr Zu­griffs­möglichkeiten angeboten werden. Die Serie B ist für Spezialrepertorien vorgesehen wie z. B. Sammeldrucke des 16. bis 18. Jahrhunderts, das deutsche Kirchenlied, musik­theoretische Quellen in lateinischer, griechischer, arabischer, hebräischer und persischer Spra­che usw. Die Serien A/I, A/II und B werden durch eine Serie C, das „Directory of Music Research Libraries“, ergänzt.

Serie A/I: Erschienen in 9 Bänden, 4 Supplementbänden, 1 Registerband und als CD. Die CD-ROM zur Serie A/I war im 2011 erschienen. Sie enthielt alle Einträge der 9 Bände und die eingearbeiteten Supplemente. Die Daten der CD-ROM wurden in das Erfassungssystem Muscat (s. u.) geladen. Seit 2015 stehen sie im RISM Online-Katalog zur Verfügung. In Muscat haben Ländergruppen die Möglichkeit, Korrekturen und Ergänzungen einzugeben, wovon auch insbesondere durch Hinzufügen von Fundorten und Links zu digitalen Reproduktionen vielfach Gebrauch gemacht wird. Eine grundsätzlich neue Ausrichtung der Serie ist in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek, Dresden, vorgesehen, und dafür wur­de im Rahmen des FID-Programmes der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Förderung bewilligt. Inzwischen wurde ein umfangreiches Template erarbeitet, mit dessen Hilfe Drucke in Muscat detailliert erfasst werden können. Darein werden in Dresden Musterbestände erfasst. Zur Zeit werden Vorgaben für die Ergänzung des OPAC erarbeitet, sodass bei Abschluss des nächsten Releases (voraussichtlich Anfang 2019) auch die Drucke optimal durchsucht und dargestellt werden können. Das Projekt wird abgeschlossen mit einer Handreichung für Bibliotheken, die ihre Drucknachweise selbst bei RISM ergänzen oder korrigieren wollen.

Serie B: Im Rahmen dieser Reihe sind bisher 33 Bände erschienen; zuletzt RISM B/XVII: Die Triosonate. Catalogue raisonné der gedruckten Quellen, hrsg. von Ludwig Finscher, Laurenz Lütteken und Inga Mai Groote, Mün­chen 2016.

Die eigentlich für eine Buchrevision gedachte Überarbeitung der Einträge von zwischen 1500 und 1550 erschienenen Drucken des Bandes B/I durch Howard Mayer Brown konnte verwendet werden, um Einträge für eine Datenbank herzustellen. Diese wurde 2015 in den RISM Online-Katalog aufgenommen. Zwischenzeitlich konnten die verbleibenden Seiten des Bandes B/I und der Band B/II gescannt und in eine Textdatei umgewandelt werden. Auch für den zweiten Teil des B/I Bandes gibt es eine – wenn auch unvollständige – Revision von Gertraut Haberkamp. Außerdem können Daten von Early Music Online und dem Verzeichnis deutscher Musikfrühdrucke (VDM 16) herangezogen werden. Durch Kombination dieser Ressourcen beabsichtigt RISM, die Einträge aus den beiden Bänden in einer verbesserten Form im Online-Katalog bereitzustellen. Mit einer nochmaligen Förderung durch den Kulturfonds der VG-Musikedition wird derzeit entschieden, bei welchen Einträgen eine Zusammenführung mit welcher Ressource sinnvoll ist. Dabei werden kleinere Änderungen bereits durchgeführt und fertige Titel freigegeben. Nach Abschluss werden die Titel technisch zusammen gespielt.

Bereits 1979 bis 1986 wurden 3 Sonderbände „Das Tenorlied“ publiziert.

Serie C: Bisher erschienen fünf Bände sowie ein Sonderband „RISM Bibliothekssigel-Gesamtverzeichnis“, letzterer herausgegeben von der RISM-Zentralredaktion. Inzwi­schen wird über die RISM Website eine Datenbank der Bibliothekssigel zur Suche ange­boten, die auch Kontaktdaten wie Postadresse, Link zur Website und E-Mail-Adresse enthält. Auch kann durch Anklicken der Bestand einer Institution im RISM Online-Kata­log direkt auf­ge­rufen werden. Im Rahmen der Buchpublikationen konnten zuletzt in Zusam­menarbeit mit dem Publications Committee der IAML die revidierten Bände II und III,1 herausge­geben werden. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Access to Music Archi­ves (AMA) in der IAML wird eine Überarbeitung der Serie durchgeführt, die als Datenbank im Internet angeboten werden soll. Da die Arbeitsgruppe inzwischen aufgelöst wurde, bleibt abzuwarten, ob die Zusammenarbeit auf neuer Grundlage fortgeführt werden kann.

Serie A/II: In dieser Serie werden Handschriften mit mehrstimmiger Musik, die nach 1600 entstanden sind, komplett erfasst und erschlossen. Sie bildet den umfangreichsten Komplex des gesamten RISM und gegenwärtig den Schwerpunkt seiner Arbeit. Dafür wer­den von Arbeitsgruppen in mehr als 35 Ländern Titelaufnahmen von Musikhand­schrif­ten vor Ort in den Bibliotheken und Archiven erarbeitet. Die Ländergruppen erstel­len ihre Beschreibungen mit dem Computer und arbeiten in der Mehrzahl über das Inter­net direkt in den Server des RISM. Die meisten Arbeitsgruppen verwenden das extra für diesen Zweck entwickelte Erfassungsprogramm Muscat, das kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Die Übermittlung von digitalisierten Informationen minimiert den redak­tionellen Aufwand und hilft, die Fertigstellung des Projektes zu beschleunigen.

Seit Beginn des Projektes wurden ca. 1.035.000 Titelaufnahmen in die RISM-Zentral­redak­tion nach Frankfurt gemeldet. Hinzu kommen die Datenbankexporte, die von Italien (ICCU), Frankreich, Spanien und Österreich (ÖNB) vorliegen.

Folgende Arbeitsgruppen haben im Berichtsjahr ihre Titelaufnahmen mit Muscat erfasst: Argentinien 128 Titel; China, Shanghai: 20 Titel; Hong Kong: 15 Titel; Deutschland, Dresden: 5.852 Titel, Mün­chen: 5.973 Titel, Ko­ope­ration mit der Staats­bibliothek zu Berlin: 1.700 Titel, Baye­rische Staatsbibliothek: 3.391 Titel; Italien: 284 Titel; Kanada: 20 Titel; Kolumbien: 20 Titel; Kroatien: 5 Titel; Litauen: 2 Titel; Mexiko: 209 Titel; Österreich, Innsbruck: 163 Titel, Lambach: 415 Titel, Bad Ischl: 162 Titel, Salzburg: 157 Titel (Mozarteum), 55 Titel (Franziskaner), Wien/Linz: 393 Titel; Polen: 3.133 Titel; Schweiz: 11 Titel; Slowakei: 90 Titel; Slowenien: 55 Ti­tel; Spanien: 40 Titel; Südkorea: 116 Titel; Taiwan: 105 Titel; Tschechien: 1.551 Titel; Ungarn: 1.171 Titel; UK: 4 Titel; USA: 740 Titel.

Die Zentralredaktion hat aus Altbeständen 2.754 Titel eingegeben.

Viele Arbeitsgruppen revidieren auch ältere Titel. Auch gehen in der Zentralredaktion immer wieder Ergänzungen, Hinweise auf Fehler oder Komponistenzuschreibungen von Benutzern ein, die nach Absprache mit den zuständigen Arbeitsgruppen eingearbeitet wer­den. Von einigen Bibliotheken erhielt die Zentralredaktion auch Listen mit Links zu Digitalisaten, die nach einer Sichtung meist automatisch in die Daten kopiert werden konn­ten.

Manche Arbeitsgruppen benutzen ein eigenes System und liefern teilweise erst nach einer längeren Vorlaufzeit ihre Daten. Im Einzelnen sollen hier genannt werden:

England/Vereinigtes Königreich: Gemeinsam mit der RISM-Arbeitsstelle in Irland wurde eine Datenbank der Musikhandschriften aufgebaut (derzeit nicht zugänglich). In 2011 konnten 55.000 der dort angebo­tenen Titel nach Konvertierung in die Datenbank des RISM übertragen und im RISM Online-Katalog veröffentlicht werden.

Schweiz: Die Schweizer Arbeitsgruppe betreibt und benutzt eine eigene Installation von Muscat. Die in Einzelheiten noch abweichenden Datenmodelle werden vereinheitlicht und danach sollen die bisher eingegebenen Daten in die RISM Datenbank übertragen werden. Dann wird auch die Schweizer Arbeitsgruppe mit dem gleichen Datenbestand arbeiten können, wie alle übrigen Arbeitsgruppen.

Frankreich: In der Bibliothèque Nationale de France in Paris wurde eine Datenbank der hauseigenen Musikhandschriften erstellt, aus der bereits 1999 ein Buchkatalog (Kom­­ponisten Buchstabe A-B) erschienen ist. Daneben wurden im Rahmen der Serie „Patrimoine Musical Régional“ handschriftliche und gedruckte Bestände in den Provin­zen bearbeitet und ebenfalls als Buchkataloge veröffentlicht. Im Portal „Catalogue collectif de France“ (http://ccfr.bnf.fr/) sind inzwischen auch Titel von RISM France zu finden. Es sind ca. 8.000 Nachweise von Handschriften vor 1820 (Komponisten A-H) und ca. 15.600 von Drucken vor 1800 aus dem Département de la musique und ca. 34.000 Nachweise aus dem Patrimoine. Von den Nachweisen aus dem Dépar­tement konnten ca. 420 Titel testweise übertragen und dabei Erfahrungen für eine automatisierte Konvertierung gewonnen werden. Dadurch hoffen wir, die restlichen Titel bald nachfolgen lassen zu können.

Italien: Koordiniert vom Ufficio Ricerca Fondi Musicali (URFM) in Mailand arbeiten verschiedene regionale Gruppen an der Dokumentation von Handschriften, Drucken und anderen Quellen. Die Titel gehen in die nationale Datenbank SBN Musica ein, die vom Istituto Centrale per il Catalogo unico delle Biblioteche Italiane (ICCU) betrieben wird. Mit ICCU konnte 2016 eine Vereinbarung über den Datenaustausch erzielt und dies auch vertraglich vereinbart werden. Der Abgleich der Personennormdatei von ICCU mit der des RISM hat erbracht, dass ca. 40.000 neue Namen zu bearbeiten sind. Das ist nur langfristig zu bewältigen. Die gelieferten Titel von Musikhandschriften wurden in Muscat eingespielt. Sie sollen 2019 im OPAC erscheinen. Wegen der technisch schwierigen Selektion kann es zu Dubletten zu bereits vorhandenen Titeln kommen. Es wird aber jeweils ein Link zum originalen ICCU Titel geben, der die letztlich gültige Version darstellt. Hingegen hat die römische Arbeitsgruppe Istituto di Biografia Musi­cale (IBIMUS) früher das Programm PIKaDo verwendet und im Rahmen seiner Projekte direkt an die Zentral­redaktion geliefert. Mit Beginn der nächsten Projekte, die allerdings wegen fehlender Finanzierung auf sich warten lassen, soll das neue Programm des RISM eingeführt werden.

USA: Es konnte eine Datenbank mit 3.400 Titeln von der Moravian Music Foundation in Winston-Salem, North Carolina und Bethlehem, Pennsylvania übertragen werden. Weitere Eingaben werden von MitarbeiterInnen der Stiftung in Muscat gemacht.

Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit einzelnen Instituten:

Das Deutsche Historische Institut, Rom, bearbeitet im Rahmen eines von der Deut­schen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts die Sammlungen zweier römischer Fürs­tenhäuser. Die Quellen werden digitalisiert und mit Kallisto nach RISM-Regeln be­schrie­ben. Dieses Projekt wurde inzwischen beendet. Neue Projekte sind aber in der Beantragungsphase.

Mit dem Richard Strauss Quellen Verzeichnis wurde vereinbart, dass die in ihrem Online Angebot (www.rsi-rsqv.de) enthaltenen Beschreibungen von Musikquellen auch im RISM Online-Katalog erscheinen sollen. Bisher konnten bereits 650 Titelaufnahmen eingeführt werden. Das Projekt wurde leider nicht weiter gefördert.

Im Rahmen des DFG-Projekts Kompetenzzentrum Forschung und Information Musik (KoFIM) wird die Autographensammlung der Staatsbibliothek zu Berlin digitalisiert und mit der Software des RISM beschrieben. Nicht nur der Nachweis der Quellen erfolgt über den RISM Online-Katalog, dieser wird auch um Links zu den zugehörigen Digi­tali­saten erweitert.

Eine weitere Kooperation besteht mit dem Archivio della cantata italiana (Clori). Da es Überschneidungen zu den Daten von ICCU gibt, werden die Daten aus dem Clori-Pro­jekt erst nach diesen Daten überführt.

Im Rahmen der Kooperation mit der Universidad autonoma de Mexico wurden Musterdaten geliefert und analysiert. RISM wird Beschreibungen der historischen Bestände der Kathedrale von Mexiko City erhalten.

RISM sucht weitere Kooperationen auch mit Quellendatenbanken von Editionsinsti­tuten. Grundsätzlich sollen zu den Einträgen in solchen Datenbanken Verlinkungen gesetzt werden und nur die zum Suchen notwendigen Datenbestandteile in den RISM-Daten übernommen werden.

Im Berichtsjahr konnte die RISM-Manuskriptdatenbank um ca. 32.500 Titel erweitert wer­den und enthält derzeit ca. 1.014.500 Titel.

Nachdem die Daten zur Serie A/II in den 80er Jahren als Microfiche und ab 1994 jährlich als CD-ROM veröffentlicht wurden, stehen sie seit Juli 2010 in einem Online-Katalog kostenlos im Internet zur Verfügung. Die Entwicklung der Suchsoftware wurde durch eine Zusammenarbeit des RISM mit der Bayerischen Staatsbibliothek, München, und der Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz möglich.

Im Juli 2018 konnte ein neues Release freigegeben werden. Es enthält erhebliche Verbesserungen, vor allem eine neue, auch für Tablets und Smartphones geeignete Oberfläche. Die Datenbank der Personen, Institutionen und der Literatur sind nun in die Suche einbezogen. Eine neue Startseite soll schneller zu weiteren Informationen führen.

Derzeit (Oktober 2018) besteht der gesamte Datenbestand im OPAC aus 1.332.324 Titeln. Darin ist der Normdatenbestand von 11.593 Titel aus der Personennormdatei, 70.593 aus der Institutionendatei und 34.504 Literaturzitate enthalten. Es verbleiben 1.115.800 Titel mit Quellennachweisen, die wiederum zu unterscheiden sind in 992.998 Titel mit Handschriftenbeschreibungen und 172.328 Musikdrucke. Der Anfangs­bestand von ca. 700.000 Handschriftentitel konnte also inzwischen um ca. 293.000 er­wei­tert werden. Hinzu kommen die Drucke, die im Anfangsbestand nicht enthalten waren.

Die beliebten Links zu Digitalisaten konnten inzwischen auf über 54.372 erweitert werden.

Der Online-Katalog wurde im Monat durchschnittlich von 8.683 Per­sonen bei 22.317 Besuchen genutzt, das sind im Jahr: 104.200 Personen bei 261.800 Besuchen mit 20,4 Millionen Seitenzugriffen.

Die Entwicklung des OPAC erfolgt federführend seitens der BSB München im Rahmen einer Förderung durch das FID-Programm (Fach Informations-Dienst) der DFG auf der Grundlage der proprietären Software TouchPoint. Im Rahmen dieser Förderung ist ein weiteres Release für Anfang 2019 vorgesehen, für das vor allem eine bessere Darstellung der Musikdrucke im OPAC entwickelt werden soll. Im Jahr 2018 fanden erfolgreiche Gespräche mit der BSB München und der SBB Berlin über Konsolidie­rungs- und Entwicklungsmöglichkeiten der Kooperation statt.

Die Datenbank wird auch von EBSCO Publishing Inc. im Bündel mit den Partner­projekten RILM und RIPM (siehe www.r-musicprojects.org) angeboten. Hier stehen allerdings die letzten Datenupdates noch aus.

Seit 2013 werden die Daten des Online-Katalogs als Open Data und seit 2014 als Linked Open Data angeboten. Dieses Angebot richtet sich an Bibliotheken, die ihre Titel in den eigenen lokalen Online-Katalog übertragen wollen, oder an musikwissen­schaft­liche Projekte, die einen Quellenkatalog zu bestimmten Themen als Basis für weitere For­schung verwenden wollen. Um die Belieferung mit den Daten zu vereinfachen, hat die Zentralredaktion Tools entwickelt, wie z.B. eine SRU-Schnittstelle. Dieses Angebot wird auch genutzt: Über die SRU-Schnittstelle z.B. gelangen die Daten in das Biblio­theksservicezentrum in Konstanz, die Staatsbibliothek zu Berlin und die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek in Dresden zur Nutzung im eigenen Katalog. Das Forschungsprojekt Detmolder Hofmusik nutzt die Daten als Basis für weitere, detail­lierte Erforschung des Bestandes. RISM wünscht, dass die Nutzer dieser Angebote even­tu­elle Korrekturen und Ergänzungen der Zentralredaktion melden und wird dazu weitere Hilfsmittel entwickeln.

Die Erfassungssoftware Muscat, die im November 2016 ausgeliefert werden konnte, ist ein open source Programm. Es ist somit auch auf die Bedürfnisse anderer Pro­jekte anpassbar, so dass damit die Wiederverwendung der RISM-Daten für wissen­schaft­liche Zwecke erheblich erleichtert werden kann. An konkreten Projekten soll das im nächs­ten Jahr erprobt werden.

Die RISM-Zentralredaktion sieht es als ihre Aufgabe an, die Arbeitsgruppen technisch und fachlich optimal zu unterstützen. Im technischen Bereich stehen vor allem Datenaus­tausch und Programmentwicklung im Vordergrund.

Das Erfassungsprogramm Muscat läuft zur vollsten Zu­frie­denheit. Selbstverständlich wird es stets weiterentwickelt, was fast monatlich zu neuen, klei­neren Releasen geführt hat. Muscat wird entwickelt und unterhalten in einer Partnerschaft zwischen der RISM-Zentralredaktion und RISM Schweiz, deren Beitrag zu Muscat vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung gefördert wird.

Die fachliche Unterstützung beginnt mit der Einarbeitung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestehender oder neuer Arbeitsgruppen. Dazu haben Mitarbeiter/innen der Zentralredaktion Arbeitsgruppen besucht und auf Konferenzen Workshops gehalten. Ein­zelne Arbeitsgruppen geben inzwischen selbst ihre Kenntnisse in Workshops an die Kollegen/innen im Land weiter. Daneben werden auch Tutorials auf YouTube oder direk­te Kontakte via Skype angeboten.

Redaktionell ist die Zentralredaktion für die Vereinheitlichung der Daten und die Bearbeitung der Norm­dateien Namen, Institutionen, Literatur und (sakrale) Texte ver­ant­wort­lich. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen, die in diesem Zuge auch eine fortlaufende Betreuung erfahren können.

Für eine bessere Kommunikation mit Arbeitsgruppen, Be­nutzern und interessierten Personen hat die Zentralredaktion in den letzten Jahren folgende Maßnahmen vorgenom­men:

Die Website des RISM, die in Zusammenarbeit mit der Mainzer Akademie der Wis­sen­schaften und der Literatur (Digitale Akademie) entstanden ist, wird von der Zentral­­redaktion und den Arbeitsgruppen ständig mit neuen Inhalten bestückt und erfreut sich weiter steigender Be­liebt­heit. (Nach Erscheinen der Datenschutzrichtlinie wurden Protokolldaten gelöscht, so dass keine Statistik mehr möglich ist.)

Eine RISM Facebook Seite spricht ein weiteres internationales Publikum an und hat in­zwischen 2.849 Abonnenten. Auch auf Twitter ist RISM aktiv.

Das RISM-Kurzporträt kann über die Zentralredaktion bezogen werden. Es liegt in einer englisch-deutschen, englisch-spanischen, englisch-chinesischen, englisch-russi­schen und englisch-portugiesischen Ausgabe vor.

In Wikipedia wurden Kurzartikel auf Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Katalanisch, Spa­nisch, Niederländisch, Schwedisch, Chinesisch und Russisch eingestellt.

Die Kontakte zu den Arbeitsgruppen und zur Fachöffentlichkeit werden durch Teil­nahme an Konferenzen und Veranstaltungen gepflegt. Am wichtigsten sind der jähr­liche, internationale IAML-Kongress, der im Berichtsjahr in Leipzig stattfand. Neben den üblichen RISM Veranstaltungen konnten diesmal vier Workshops zu Muscat angeboten werden, die gut besucht waren.

Im Februar 2019

Klaus Keil