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RÉPERTOIRE INTERNATIONAL DES SOURCES MUSICALES

(RISM)

Zentralredaktion Frankfurt

Jahresbericht 2017

Träger: Internationales Quellenlexikon der Musik e.V., Frankfurt am Main. Ehrenpräsidenten: Dr. Ha­rald Heckmann, Ruppertshain, Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Wolff, Cambridge/Freiburg; Prä­sident: Dr. Wolf-Dieter Seiffert, München (bis November 2017); Vizepräsidentin: Prof. Dr. Andrea Lind­mayr-Brandl, Salzburg; Sekretär: Dr. Laurent Pugin, Bern; Schatzmeister: Prof. Dr. Klaus Pietschmann, Mainz; kooptierte Vorstandsmitglieder: Prof. Dr. Ulrich Konrad, Würzburg; Prof. Dr. John H. Roberts, Berkeley. Commission Mixte (Delegierte von IAML und IMS): Mathias Auclair, (IAML); Prof. Dr. Egberto Bermudez Cujar (IMS); Richard Chesser (IAML); Prof. Dr. Dinko Fabris (IMS); Massimo Gentili-Tedeschi (IAML); Prof. Dr. Markus Grassl (IMS); Prof. Dr. Beatriz Magalhães Castro (IAML); Dr. Balázs Mikusi (IAML); Prof. Dr. Thomas Schmidt (IMS); Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (IMS). Leiter der Zentralredaktion: Klaus Keil, Frankfurt.

Anschrift: Internationales Quellenlexikon der Musik, Zentralredaktion, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Campus Bockenheim, Senckenberganlage 31-33, 60325 Frankfurt am Main, Tel.: 069/706231, Fax: 069/706026, E-Mail: contact@rism.info, Internet: www.rism.info.

Verlage: für Serie A/I, für die Bände VIII,1 und 2 der Serie B sowie für Serie C: Bären­reiter-Verlag, Kassel; für Serie A/II, Internetdatenbank: EBSCO Publishing, Inc., Bir­mingham, USA; für Serie B (ohne Bände VIII,1 und 2): G. Henle Verlag, München.

Hosting: Bayerische Staatsbibliothek, München; Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz (Datenbanken); Digitale Akademie der Mainzer Akademie der Wissen­schaften und der Literatur (Website).

Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Dr. Martina Falletta, Stephan Hirsch, Klaus Keil, Björn Kessler, Guido Kraus, Alexander Marxen, Jennifer Ward, Isabella Wiedemer-Höll.

Das Internationale Quellenlexikon der Musik (Répertoire International des Sources Musicales – RISM) mit der Zentralredaktion in Frankfurt steht unter dem Patronat der „Association Internationale des Bibliothèques, Archives et Centres de Documentation Musicaux“ (IAML) und der „Société Internationale de Musicologie“ (IMS) und hat die Auf­gabe, weltweit die gedruckte und handschriftliche Überlieferung der Musik zu doku­mentieren. In einer Serie A/I werden zwischen 1600 und 1800 erschienene Einzeldrucke, in einer Serie A/II die Musikhandschriften nach 1600 mit einer ausführlichen Beschrei­bung inklusive der Fundorte nachgewiesen. Beide Serien sollten ursprünglich wie in den Bänden der Serie A/I alphabetisch nach Komponistennamen angeordnet sein. Da inzwi­schen beide Serien in einer Datenbank veröffentlicht werden, können weitaus mehr Zu­griffs­möglichkeiten angeboten werden. Die Serie B ist für Spezialrepertorien vorgesehen wie z.B. Sammeldrucke des 16. bis 18. Jahrhunderts, das deutsche Kirchenlied, musik­theoretische Quellen in lateinischer, griechischer, arabischer, hebräischer und persischer Spra­che usw. Die Serien A/I, A/II und B werden durch eine Serie C, das „Directory of Music Research Libraries“, ergänzt.

Serie A/I: Erschienen in 9 Bänden, 4 Supplementbänden, 1 Registerband und als CD. Die CD-ROM zur Serie A/I ist im Dezember 2011 erschienen. Sie enthält alle Einträge der 9 Bände und die eingearbeiteten Supplemente. Die Daten der CD-ROM wurden in das Erfassungssystem Muscat (s.u.) geladen. Seit Juli 2015 stehen sie im RISM Online-Katalog zur Verfügung. Ländergruppen haben seit Auslieferung von Muscat die Möglichkeit, Korrekturen und Ergänzungen einzugeben, wovon auch insbesondere durch Hinzufügen von Fundorten und Links zu digitalen Reproduktionen vielfach Gebrauch gemacht wird. Eine grundsätzlich neue Ausrichtung der Serie ist in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek, Dresden, vorgesehen, und dafür wurde im Rahmen des FID-Programmes der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) eine Förderung bewilligt.

Serie B: Im Rahmen dieser Reihe sind bisher 33 Bände erschienen; zuletzt RISM B/XVII: Die Triosonate. Catalogue raisonné der gedruckten Quellen, hrsg. von Ludwig Finscher, Laurenz Lütteken und Inga Mai Groote, Mün­chen 2016.

Die eigentlich für eine Buchrevision gedachte Überarbeitung der Einträge von zwischen 1500 und 1550 erschienenen Drucken des Bandes B/I durch Howard Mayer Brown konnte verwendet werden, um Einträge für eine Datenbank herzustellen. Diese wurde 2015 in den RISM Online-Katalog aufgenommen. Zwischenzeitlich konnten die verbleibenden Seiten des Bandes B/I und der Band B/II gescannt und in eine Textdatei umgewandelt werden. Auch für den zweiten Teil des B/I Bandes gibt es eine – wenn auch unvollständige – Revision von Gertraut Haberkamp. Außerdem können Daten von Early Music Online herangezogen werden. Durch Kombination dieser Ressourcen beabsichtigt RISM, die Einträge aus den beiden Bänden in einer verbesserten Form im Online-Katalog bereitzustellen. Mit einer Förderung durch den Kulturfonds der VG- Musikedition konnten etliche Einträge von B/I überarbeitet werden und die gescannten Daten des noch nicht im Online Katalog enthaltenen Teils vorbereitet werden.

Bereits 1979 bis 1986 wurden 3 Sonderbände „Das Tenorlied“ publiziert.

Serie C: Bisher erschienen fünf Bände sowie ein Sonderband „RISM Bibliothekssigel-Gesamtverzeichnis“, letzterer herausgegeben von der RISM-Zentralredaktion. Inzwi­schen wird über die RISM Website eine Datenbank der Bibliothekssigel zur Suche ange­boten, die auch Kontaktdaten wie Postadresse, Link zur Website und E-Mail-Adresse enthält. Auch kann durch Anklicken der Bestand einer Institution im RISM Online-Kata­log direkt auf­ge­rufen werden. Im Rahmen der Buchpublikationen konnten zuletzt in Zusam­menarbeit mit dem Publications Committee der IAML die revidierten Bände II und III,1 herausge­geben werden. In Zusammenarbeit mit der Projektgruppe Access to Music Archi­ves (AMA) in der IAML wird eine Überarbeitung der Serie durchgeführt, die als Datenbank im Internet angeboten werden soll.

Serie A/II: In dieser Serie werden Handschriften mit mehrstimmiger Musik, die nach 1600 entstanden sind, komplett erfasst und erschlossen. Sie bildet den umfangreichsten Komplex des gesamten RISM und gegenwärtig den Schwerpunkt seiner Arbeit. Dafür wer­den von Arbeitsgruppen in mehr als 35 Ländern Titelaufnahmen von Musikhand­schrif­ten vor Ort in den Bibliotheken und Archiven erarbeitet. Die Ländergruppen erstel­len ihre Beschreibungen mit dem Computer und arbeiten in der Mehrzahl über das Inter­net direkt in den Server des RISM. Die meisten Arbeitsgruppen verwenden das extra für diesen Zweck entwickelte Erfas­sungs­­programm Muscat, das kostenlos zur Ver­fügung gestellt wird. Die Übermittlung von digitalisierten Informationen minimiert den redaktio­nellen Auf­wand und hilft, die Fertigstellung des Projektes zu beschleunigen.

Seit Beginn des Projektes wurden ca. 1.003.000 Titelaufnahmen in die RISM-Zentral­redak­tion nach Frankfurt gemeldet.

Folgende Arbeitsgruppen haben im Berichtsjahr ihre Titelaufnahmen mit Muscat erfasst: Argentinien 1 Titel; Belgien 8 Titel; Deutschland, Dresden: 4.278 Titel, München: 5.644 Titel, Ko­ope­ration mit der Staats­bibliothek zu Berlin: 1.977 Titel, Bayerische Staatsbibliothek: 4.849 Titel; Italien: 108 Titel; Österreich, Innsbruck: 291 Titel, Lambach: 531 Titel, Leonding: 88 Titel, Salzburg: 208 Titel (Mozarteum), Vorarlberg: 20 Titel, Wien/Linz: 787 Titel; Polen: 1.670 Titel; Slowakei: 573 Titel; Slowenien: 164 Titel; Südkorea: 413 Titel; Tschechien, Brünn 2.084 Titel, Prag: 1.675 Titel; Ungarn: 594 Titel; USA: 244 Titel.

Die Zentralredaktion hat aus Altbeständen 963 Titel in Muscat eingegeben.

Viele Arbeitsgruppen revidieren auch ältere Titel. Auch gehen in der Zentralredaktion immer wieder Ergänzungen, Hinweise auf Fehler oder Komponistenzuschreibungen von Benutzern ein, die nach Absprache mit den zuständigen Arbeitsgruppen eingearbeitet werden. Von einigen Bibliotheken erhielt die Zentralredaktion auch Listen mit Links zu Digitalisaten, die nach einer Sichtung meist automatisch in die Daten kopiert werden konnten.

Manche Arbeitsgruppen benutzen ein eigenes System und liefern teilweise erst nach einer längeren Vorlaufzeit ihre Daten. Im Einzelnen sollen hier genannt werden:

England/Vereinigtes Königreich: Gemeinsam mit der RISM-Arbeitsstelle in Irland wurde eine Datenbank der Musikhandschriften aufgebaut, auf die man im Internet (www.rism.org.uk) kostenlos zugreifen kann. Im ersten Halbjahr 2011 konnten 55.000 der dort angebotenen Titel nach Konvertierung in die Datenbank des RISM übertragen und zum Jahresende im RISM Online-Katalog veröffentlicht werden.

Schweiz: Die Schweizer Arbeitsgruppe, die bisher mit einer früheren Version von Muscat gearbeitet hat, benutzt inzwischen die gleiche Version wie die Zentralredaktion. Die früher eingegebenen Daten werden voraussichtlich 2018 in die RISM Datenbank übertragen. Danach wird auch die Schweizer Arbeitsgruppe mit dem gesamten Datenbestand arbeiten, wie alle übrigen Arbeitsgruppen.

Frankreich: In der Bibliothèque Nationale de France in Paris wurde eine Datenbank der hauseigenen Musikhandschriften erstellt, aus der bereits 1999 ein Buchkatalog (Kom­ponisten Buchstabe A-B) erschienen ist. Daneben wurden im Rahmen der Serie „Patrimoine Musical Régional“ handschriftliche und gedruckte Bestände in den Provin­zen bearbeitet und ebenfalls als Buchkataloge veröffentlicht. Im Portal „Catalogue collectif de France“ (http://ccfr.bnf.fr/) sind inzwischen auch Titel von RISM France zu finden. Es sind ca. 8.000 Nachweise von Handschriften vor 1820 (Komponisten A-H) und ca. 15.600 von Drucken vor 1800 aus dem Département de la musique und ca. 34.000 Nachweise aus dem Patrimoine. Von den Nachweisen aus dem Dépar­tement konnten ca. 420 Titel testweise übertragen und dabei Erfahrungen für eine automatisierte Konvertierung gewonnen werden. Dadurch hoffen wir, die restlichen Titel bald nachfolgen lassen zu können.

Italien: Koordiniert vom Ufficio Ricerca Fondi Musicali (URFM) in Mailand arbeiten verschiedene regionale Gruppen an der Dokumentation von Handschriften, Drucken und anderen Quellen. Die Titel gehen in die nationale Datenbank SBN Musica ein, die vom Istituto Centrale per il Catalogo unico delle Biblioteche Italiane (ICCU) betrieben wird. Mit ICCU konnte 2016 eine Vereinbarung über den Datenaustausch erzielt und dies auch vertraglich vereinbart werden. Die dazugehörige Namennormdatei wurde inzwischen übersandt und wird gerade in einem halbautomatischen Verfahren mit bestehenden Daten in Muscat abgeglichen. Dies ist ein erster Schritt um die gesamten Daten schneller einspielen zu können. Hingegen hat die römische Arbeitsgruppe Istituto di Biografia Musicale (IBIMUS) früher das Programm PIKaDo verwendet und im Rahmen seiner Projekte direkt an die Zentral­redaktion geliefert. Mit Beginn der nächsten Projekte, die allerdings wegen fehlender Finanzierung auf sich warten lassen, soll das neue Programm des RISM eingeführt werden.

USA: Es konnte eine Datenbank mit 3.400 Titeln von der Moravian Music Foundation in Winston-Salem, North Carolina und Bethlehem, Pennsylvania übertragen werden.

Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit einzelnen Instituten:

Das Deutsche Historische Institut, Rom, bearbeitet im Rahmen eines von der Deut­schen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts die Sammlungen zweier römischer Fürs­tenhäuser. Die Quellen werden digitalisiert und mit Kallisto nach RISM-Regeln be­schrie­ben. Dieses Projekt wurde inzwischen beendet.

Mit dem Richard Strauss Quellen Verzeichnis wurde vereinbart, dass die in ihrem Online Angebot (www.rsi-rsqv.de) enthaltenen Beschreibungen von Musikquellen auch im RISM Online-Katalog erscheinen sollen. Bisher konnten bereits 650 Titelaufnahmen eingeführt werden.

Im Rahmen des DFG-Projekts Kompetenzzentrum Forschung und Information Musik (KoFIM) wird die Autographensammlung der Staatsbibliothek zu Berlin digitalisiert und mit der Software des RISM beschrieben. Nicht nur der Nachweis der Quellen erfolgt über den RISM Online-Katalog, dieser wird auch um Links zu den zugehörigen Digi­talisaten erweitert.

Eine weitere Kooperation besteht mit dem Archivio della cantata italiana (Clori). Da es Überschneidungen zu den Daten von ICCU gibt, werden die Daten aus dem Clori-Pro­jekt erst nach diesen Daten überführt.

In diesem Jahr konnte eine Kooperation mit der Universidad autonoma de Mexico vereinbart werden. Dabei wird RISM die Beschreibungen der historischen Bestände der Kathedrale von Mexiko City erhalten.

RISM sucht weitere Kooperationen auch mit Quellendatenbanken von Editionsinsti­tuten. Grundsätzlich sollen zu den Einträgen in solchen Datenbanken Verlinkungen gesetzt werden und nur die zum Suchen notwendigen Datenbestandteile in den RISM-Daten übernommen werden.

Im Berichtsjahr konnte die RISM-Manuskriptdatenbank um ca. 31.000 Titel erweitert wer­den und enthält derzeit ca. 982.000 Titel.

Nachdem die Daten zur Serie A/II in den 80er Jahren als Microfiche und ab 1994 jährlich als CD-ROM veröffentlicht wurden, stehen sie seit Juli 2010 in einem Online-Katalog kostenlos im Internet zur Verfügung. Die Entwicklung der Suchsoftware wurde durch eine Zusammenarbeit des RISM mit der Bayerischen Staatsbibliothek, München, und der Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz möglich. Der Anfangs­bestand von ca. 700.000 Titeln konnte inzwischen um ca. 277.500 auf 977.500 Titel er­wei­tert werden. Wie oben angeführt wurden darüber hinaus die Titel der Serien A/I und ein Teilbestand von B/I aufgenommen, sodass der Gesamtbestand auf ca. 1.090.000 Titel angestiegen ist. Der Online-Katalog wurde im Monat durchschnittlich von 8.400 Per­sonen bei 19.830 Besuchen genutzt, das sind im Jahr: 101.200 Personen mit 238.000 Seitenzugriffen.

Die im letzten Release geschaffene Möglichkeit, die Suchergebnisse auf solche mit Links zu Digitalisaten einzugrenzen und so die Digitalisate in Online-Ressourcen der Bib­­liotheken direkt zu nutzen, erfreut sich großer Beliebtheit. Inzwischen sind über 40.000 Links zu Digitalisaten vorhanden.

Ein weiteres Release ist für Anfang 2018 geplant.

Die Datenbank wird auch von EBSCO Publishing Inc. im Bündel mit den Partner­projekten RILM und RIPM (siehe www.r-musicprojects.org) angeboten. Hier stehen allerdings die letzten Datenupdates noch aus.

Seit Juli 2013 werden die Daten des Online-Katalogs als Open Data und seit 2014 als Linked Open Data angeboten. Dieses Angebot richtet sich an Bibliotheken, die ihre Titel in den eigenen lokalen Online-Katalog übertragen wollen, oder an musikwissen­schaft­liche Projekte, die einen Quellenkatalog zu bestimmten Themen als Basis für weitere For­schung verwenden wollen. Um die Belieferung mit den Daten zu vereinfachen, hat die Zentralredaktion Tools entwickelt, wie z.B. eine SRU-Schnittstelle. Dieses Angebot wird auch genutzt: Über die SRU-Schnittstelle z.B. gelangen die Daten in das Biblio­theks-Servicezentrum in Konstanz, die Staatsbibliothek zu Berlin und die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek in Dresden zur Nutzung im eigenen Katalog. Das Forschungsprojekt Detmolder Hofmusik nutzt die Daten als Basis für weitere, detail­lierte Erforschung des Bestandes. RISM wünscht, dass die Nutzer dieser Angebote even­tu­elle Korrekturen und Ergänzungen der Zentralredaktion melden und wird dazu weitere Hilfsmittel entwickeln.

Die neue Erfassungssoftware Muscat, die im November 2016 ausgeliefert werden konnte, ist ein open source Programm. Es ist somit auch auf die Bedürfnisse anderer Projekte anpassbar, so dass damit die Wiederverwendung der RISM Daten für wissenschaftliche Zwecke erheblich erleichetert werden kann. An konkreten Projekten soll das im nächsten Jahr erprobt werden.

Die RISM-Zentralredaktion sieht es als ihre Aufgabe an, die Arbeitsgruppen technisch und fachlich optimal zu unterstützen. Im technischen Bereich stehen vor allem Datenaus­tausch und Programmentwicklung im Vordergrund.

Auf das neue Erfassungsprogramm Muscat wurde oben schon hingewiesen. Innerhalb des ersten Jahre läuft es zur vollsten Zufriedenheit. Dennoch wird es stets weiterentwickelt, was fast monatlich zu neuen, kleineren Releasen geführt hat.

Die fachliche Unterstützung beginnt mit der Einarbeitung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestehender oder neuer Arbeitsgruppen. Dazu haben Mitarbeiter/innen der Zentralredaktion Arbeitsgruppen besucht und auf Konferenzen Workshops gehalten. Einzelne Arbeitsgruppen geben inzwischen selbst ihre Kenntnisse in Workshops an die Kollegen/innen im Land weiter. Daneben werden auch Tutorials auf Youtube oder direkte Kontakte via Skype angeboten.

Redaktionell ist die Zentralredaktion für die Vereinheitlichung der Daten und die Bearbeitung der Norm­dateien Namen, Institutionen, Literatur und (sakrale) Texte verantwortlich. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen, die in diesem Zuge auch eine fortlaufende Betreuung erfahren können.

Für eine bessere Kommunikation mit Arbeitsgruppen, Be­nutzern und interessierten Personen hat die Zentralredaktion in den letzten Jahren folgende Maßnahmen vorgenommen:

Die Website des RISM, die in Zusammenarbeit mit der Mainzer Akademie der Wis­sen­schaften und der Literatur (Digitale Akademie) entstanden ist, wird von der Zentral­­redaktion und den Arbeitsgruppen ständig mit neuen Inhalten bestückt und erfreut sich weiter steigender Be­liebt­heit. 65.240 mal wurde die RISM-Homepage als Einstiegsseite für den Besuch der Webseite benutzt. Im Monat sind das 5.437 Besuche.

Eine RISM Facebook Seite spricht ein weiteres internationales Publikum an und hat in­zwischen 2.321 Interessenten. Auch auf Twitter ist RISM aktiv.

Das RISM-Kurzporträt kann über die Zentralredaktion bezogen werden. Es liegt in einer englisch-deutschen, englisch-spanischen, englisch-chinesischen, englisch-russi­schen und nun auch englisch-portugiesischen Ausgabe vor.

In Wikipedia wurden Kurzartikel auf Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spa­nisch und Russisch eingestellt.

Die Kontakte zu den Arbeitsgruppen und zur Fachöffentlichkeit werden durch Teil­nahme an Konferenzen und Veranstaltungen gepflegt. Am wichtigsten sind der jähr­liche, internationale IAML-Kongress, der im Berichtsjahr in Riga stattfand, und der internationale Kongress der IMS, diesmal in Tokio.


Klaus Keil, Januar 2018